Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin

Weihnachtsstimmung, wo sonst der Ball rollt

Weihnachtssingen bei Union Berlin

Liederbuch und Kerze wurden an diesem Abend gegen Bier und Schal eingetauscht

Dienstagabend, 23. Dezember. Einen Tag vor Heiligabend. Stockdunkel ist es um 18.30 Uhr bereits. Das Thermometer zeigt eine fast zweistellige Temperatur an. Windböen peitschen über die Stadt. Gemütlichkeit in der Vorweihnachtszeit sieht anders aus. Ein Pulk von Menschen bewegt sich strebsam in Richtung des Stadions an der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Schnell hasten sie durch die Gassen. Das Stadion füllt sich. Die Treppenstufen auf den drei Stehplatztribünen sind schon kaum noch zu erkennen. 19.15 Uhr. Das Schauspiel beginnt. Tausende strömen auf das Spielfeld. Das Flutlicht erlischt. Und an seine Stelle treten Lichter und Kerzen. Es wird gejubelt. Die Hymne des 1. FC Union Berlin erklingt.

Weihnachtssingen bei Union Berlin

Erinnerungsfotos durften natürlich nicht fehlen

Es klingt wie ein Fußballspiel, bei dem nicht alles nach Plan läuft. Es ist aber alles andere als das. 27.500 Eiserne – mal mit, mal ohne Familienanhang – haben sich auf den Weg ins Fußballstadion gemacht und bringen weihnachtliche Stimmung auf die Ränge. Wo sonst brachiale Fußballgesänge erschallen, Bier verschüttet wird, Wildfremde sich beim Torjubel in den Armen liegen und Besinnlichkeit eher ein Fremdwort ist, herrscht beim Weihnachtssingen festliche Stimmung. Bei Kerzenschein singen Tausende gemeinsam die klassischen Weihnachtslieder. „O du fröhliche“, „Stille Nacht“ und „Kling, Glöckchen, kling“ wird von den Rängen gesungen. Bei Glühwein und Bratwurst genießen sie diesen einzigartigen Moment. Lauschen dem Pfarrer Peter Müller, der Bläserkappelle und dem Schüler-Chor. Ein Erlebnis, wie es kein Weihnachtsmärchen besser schildern könnte.

Wie alles begann

2014 findet das Weihnachtssingen bereits zum zwölften Mal statt. Begonnen hat alles im Jahr 2003, als 89 Fans der Einladung der Alt-Unioner folgten und sich halblegal Zutritt zur Tribüne verschafften. Zum allerersten Mal wurden in diesem Jahr bei Glühwein und Gebäck erstmals Weihnachtslieder im Wohnzimmer der Unioner gesungen. Von Jahr zu Jahr wuchs das Interesse, immer mehr Fans und Familien kamen am Vorweihnachtsabend in das Stadion. 2010 waren es bereits mehr als 10.000 Besucher. So ist es mittlerweile Tradition, als Union-Fan das Weihnachtsfest in dieser Form einzuläuten. Und wenn sie nicht heisern sind, dann singen sie wohl noch heute.

Einen hörbaren Einblick der eindrucksvollen Stimmung gibt ein Video der Eisernen

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