Bunkerklettern – Mit Seil und Karabiner auf die Koralle

Im brandenburgischen Lobetal in der Bernauer Heide liegt – tief im Wald versteckt, zwischen Ästen und Blättern kaum auszumachen – die Ruine eines T-750 Bunkers. Der perfekte Ort für ein kleines Outdoorabenteuer vor den Toren der Hauptstadt. Allein das Finden der Location mit dem Codename „Koralle“ und der erste Rundgang sind ein Nervenkitzel.

An einem Wochenende im April starte ich mit zwei Freunden zur ersten Outdoorklettertour des Jahres. Ziel ist die Bunkerruine „Koralle“. Beim Blättern in einem lokalen Kletterführer bin ich auf den geheimnisvollen Ort gestossen, über den es sonst kaum Informationen gibt. Gesagt getan: Wir packen die Kletterausrüstung ein und es geht los. Mit dabei habe ich die Abisko Eco-Shell-Jacket von Fjällräven (bereitgestellt von Globetrotter und Fjällräven), die ich bei dieser Gelegenheit testen möchte. Nach einer Stunde Fahrzeit stellen wir unser Auto auf einem kleinen Waldparkplatz an der Landstraße nördlich von Bernau ab. Die Suche nach dem Bunker kann beginnen.

 

Mit Reibung auf die Bunkerspitze

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Reibungskletterei auf die Bunkerspitze

Schon nach kurzer Zeit erreichen wir unser Ziel. Verborgen zwischen den Bäumen in einer kleinen Senke liegt die öffentlich zugängliche Bunkeranlage. Nach einem ersten Rundgang zur Begutachtung der unterschiedlichen Klettermöglichkeiten entscheiden wir uns zur Eingewöhnung für die Reibungskletterei an der Bunkerspitze als erste Route. Die Bunkerspitze ist eine von fünf unterschiedlichen Gipfelmöglichkeiten mit den verheißungsvollen Namen Westliche Tunnelwand, Pik Lobetal, Mount Lanke und Östliche Tunnelwand. Für den Aufstieg an dieser Stelle gibt es acht Routen, teilweise sind Bohrhaken vorhanden und ermöglichen so den Vorstieg bis hoch auf den künstlichen Grat. Oben angekommen offenbart sich ein guter Ausblick auf die umliegenden Ruinenteile. Das ehemalige 2,80 Meter dicke Stahlbetondach ist hier in mehrere Teile zerbrochen. Vor allem die Routen in der Mitte sind leicht zu bewältigen – es gibt ein paar Risse und Verschneidungen.

 

Vorstieg für Fortgeschrittene

Nach ein paar Runden an der Bunkerspitze wird es Zeit für eine Route in der Senkrechten. Die sogenannte Lichtensteinverschneidung, die zwischen der Östlichen Tunnelwand und Mount Lanke liegt, ist eine der wenigen leichten Vorstiegsrouten. Trotz der Risse und Absätze ist die mit 5+ bewertete Route ein Nervenkitzel – Fallen ist hier aufgrund des engen Geländes keine Option. Zu groß ist die Verletzungsgefahr. Am Ende der Route befindet sich eine Kette und ich bereite das Seil so vor, dass wir die Route noch ein paar mal als Toprope klettern können.

Die Lichtensteinverschneidung an der östlichen Tunnelwand

Die Lichtensteinverschneidung an der östlichen Tunnelwand

Schmale Betonnasen bieten gute Trittmöglichkeiten

Schmale Betonnasen bieten gute Trittmöglichkeiten

 

Toprope an der Östlichen Tunnelwand

Als Toprope-Route birgt die Lichtensteinverschneidung kaum Probleme; man fühlt man sich wesentlich sicherer als im Vorstieg. Die Östliche Tunnelwand ist bestens geeignet zum Topropeklettern. Sie ist leicht über einen Steig zugänglich und lässt sich problemlos erklimmen. Oben bietet sich die Möglichkeit, unterschiedliche Toprope-Routen zu legen. Es sind einige Bohrhaken und Ketten vorhanden, vor allem im Norden der Östlichen Tunnelwand gibt es einige Routen. Ich bereite eine vor und sichere den Bohrhaken noch zusätzlich mit einer Bandschlinge und einem Karabiner.

Im Nordteil der Östlichen Tunnelwand sind zwei Routen im achten Schwierigkeitsgrad. Die fast glatte Betonwand bietet kaum Griffe und Tritte. Man muss mit einigen winzigen Öffnungen für die Fingerkuppen und den Betonnasen auskommen. Eine gute Unterstützung bieten die Kante links und die herausstehenden Metallverstrebungen auf der rechten Seite.

Die mit 8 bewertete Route ist auch im Toprope nur mit großem Aufwand zu schaffen

Die im Schwierigkeitsgrad mit 8 bewertete Route ist auch im Toprope nur mit großem Aufwand zu schaffen

 

Nervenkitzel Abseilen

Das Highlight unseres Ausfluges ist das Abseilen von den Resten der Bunkerdecke. Ich baue an zwei Bohrhaken ein Kräftedreieck mit Bandschlingen und Karabinern und hänge mich ins Seil. Mehrfach prüfe ich meine Ausrüstung und die Sicherung. Als ich über die Kante gehe, passiert es. Mit einem Ruck setzt sich das Sicherungsdreieck in seine finale Position – mein Herz rutscht in die Hose. Frei hängend geht es abwärts und in mir steigt das Hochgefühl, als ich schließlich dem Boden entgegenschwebe.

Auf der Östlichen Tunnelwand wachsen nicht nur Bäume – dort ist auch der eine oder andere Bohrhaken zu finden

Den Ausflug in die Bernauer Heide kann man zurzeit wohl noch als Geheimtipp werten. Unweit von Berlin ist das Bunkerklettern in dieser Umgebung auf jeden Fall ein Abenteuer und nur etwas für erfahrene Kletterer. Für alle anderen lohnen in jedem Falle der schöne Waldspaziergang und das Erkunden der Umgebung.

 

Bunkerklettern in der Bernauer Heide – Kletterinfos

Der T-750 Bunker gehört zur ehemaligen zentralen Marinefunkleitstelle mit dem Codename „Koralle“ und wurde am Ende des Krieges zerstört. Der Mythos vergangener Zeiten ist deutlich zu spüren. 

Anreise: Bernau (bei Berlin) nördlich auf der L31 verlassen, nach ca. 6 Kilometern kommt auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz an einem Waldweg. Am besten dort Parken und dann zu Fuss weitergehen. Nach ca. 15 Minuten Gehzeit liegt der Bunker versteckt in einer Senke im Wald.

Bunkerklettern in Brandenburg

Grafik: Eike Mitte

Routen und Schwierigkeitsgrade: Die Klettermöglichkeiten sind abwechslungsreich. Insgesamt gibt es 34 Routen (sowohl Vorstieg als auch Toprope – Überhänge inklusive) in den Schwierigkeitsgraden 2 bis 8 sowie einen Boulderblock. (Quelle: Dickes B von Gerald Krug, erhältlich bei Globetrotter)

Gefahren: Das Gebiet ist nicht erschlossen. Obwohl einige Bohrhaken und Toprope-Möglichkeiten zu finden sind, handelt es sich bei dem Bunker um ein nicht gesichertes Klettergelände. Aus den zerborstenen Wänden ragen Stahlstreben heraus. Hier gilt es, besonders vorsichtig zu sein: Es besteht Verletzungsgefahr. Das Gelände an sich ist unwegsam. Außerdem gibt es nahezu keinen Handyempfang.

Ausrüstung: Neben Seil und Sicherungsgerät sollte man Expressschlingen sowie einige Bandschlingen im Rucksack haben. Die eingestürzte Bunkerdecke bietet aber auch die Gelegenheit mit Friends und Klemmkeilen zu hantieren. Das Material zur Spaltenbergung kann hier ebenso zur Anwendung kommen.

 

 


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Test: Abisko Eco-Shell Jacket von Fjällräven

Abisco Eco Shell Jacket, Foto: Fjällräven

Abisco Eco Shell Jacket, Foto: Fjällräven

Die Absiko Eco-Shell Jacket ist eine leichte 2,5-Lagen-Jacke und eignet sich bestens als Wind- und Wetterschutz bei allen Outdooraktivitäten von Frühjahr bis Herbst. Bei der Jacke wird Fjällrävens neues und hochfunktionelles Hardshell-Material – die wasserdichte, atmungsaktive und nachhaltig produzierte Eco-Shell – verwendet.

Im Test fällt bei der Abisko Eco-Shell Jacket im Vergleich zu anderen Hardshell-Jacken vor allem der hohe Tragekomfort auf. Das Material ist leicht, angenehm flexibel und bietet somit optimale Bewegungsfreiheit. Auch in Sachen Haltbarkeit kann die Jacke überzeugen – nach einem langen Klettertag an den rauen Bunkerwänden zeigt das Eco-Shell-Material keinerlei Abnutzungserscheinungen. Der vorgeformte Schnitt, ihre Form und der Halsabschluss passen sich gut dem Körper an und können über entsprechende Züge noch optimiert werden. Im Schirm der Kapuze ist ein biegsamer Draht integriert, der die Kapuze auch bei starkem Wind in Form hält. Das Körperklima wird ideal reguliert, bei erhöhter Aktivität kann überschüssige Wärme über die Taschen mit Lüftungsfutter abgeleitet werden. Mit 380 g (Größe M) und dem geringen Packmaß passt die Jacke in jedes Gepäck.

Empfehlung: Die Jacke eignet sich hervorragend für alle kleinen und großen Outdoor-Abenteuer – von der Trekking- bis zur Bergtour. Auch im Alltag gibt die Abisko Eco-Shell Jacket ein gutes Bild ab. Für Touren in der kalten Jahreszeit mit schwerem Gepäck oder wirklich harten Bedingungen im Hochgebirge empfiehlt sich die Keb Eco-Shell Jacket.

Erhältlich ist die Abisko Eco-Shell Jacket neben vielen weiteren Fjällräven-Produkten im Fjällräven-Shop bei Globetrotter.

Globetrotter schafft noch mehr Platz für Fjällräven

Europas größter Händler für Outdoor und Reise – Globetrotter – erweitert sein Fjällräven-Sortiment und bietet deutschlandweit die größte Auswahl an Fjällräven-Produkten in den Globetrotter-Filialen Köln, Dresden, München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Berlin sowie im Online-Shop.


Fotos: Eike Mitte, Michael Adomeit
Hinweis: Dieser Artikel wurde von Globetrotter und Fjällräven unterstützt.