Auf den Straßen Montis

Berge! Wenn ein Stadtteil in Italiens Hauptstadt Rom diesen Namen verdient, dann ist es Monti. Gleich drei der Sieben Hügel Roms umfasst er: Esquilin, Viminal und Quirinal. Im Herzen der Stadt gelegen sieht man diesem Viertel auf den ersten Blick an, dass es eines der ältesten Roms ist.

Im Wandel der Zeit

Wie im gesamten Stadtzentrum sucht man auch hier vergeblich nach moderner Architektur, die den imposanten Eindruck der Ewigen Stadt trügen könnte. Malerische Gassen, mit Blumen geschmückte Balkone und efeubewachsene Fassaden, kleine Läden und gemütliche Restaurants, die sich durch ihre liebevolle Aufmachung perfekt ins Straßenbild fügen. Mancherorts fühlt man sich in die Vergangenheit einer italienischen Kleinstadt versetzt.

Doch Monti hat auch eine andere Seite. Der Stadtteil ist gleichzeitig ein aufstrebender Szenekiez. Bekannte Streetart-Künstler wie der Franzose Invader haben sich hier bereits verewigt und die gemütlichen Bars werden abends von jungen Architekturstudenten bevölkert, deren Fakultät sich im Viertel befindet. Auf den ersten Blick mag man nicht erahnen, dass Monti im alten Rom ein „Subura“ war – ein Armen- und Rotlichtviertel mit beengten Wohnverhältnissen und skurrilen Gestalten, die durch seine Gassen schlichen. Auch heute noch leben einige Obdachlose in Montis Straßen. Und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht noch einschlägige Etablissements in den Häuserzeilen.

Auf Entdeckungstour

Die vielen kleinen zum Teil versteckten Hotels, Hostels und Pensionen machen Monti zum idealen Ausgangspunkt für Stadtentdecker. Im Viertel selbst liegen das Augustus- und das Trajansforum. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die bereits zum Stadtteil Campitelli gehört, befinden sich die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Roms: das Kolosseum, das Forum Romanum und der Palatin. Auch der Trevi Brunnen und das Pantheon sind mit kürzeren Fußmärschen gut erreichbar.

Schon auf diesen Streifzügen durch Monti und seine angrenzenden Stadtteile entdeckt man unzählige beeindruckende Bauwerke und idyllische Plätze. Der Weg ist das Ziel. Wer dennoch lieber mit den öffentlichen Verkehrstmitteln unterwegs ist, findet im Herzen des Viertels die Metro-Station Cavour der Linie B. Nur eine Station ist es von hier bis zum Hauptbahnhof Termini, von dem aus jeder Winkel der Stadt problemlos erreichtbar ist.

Buon appetito und salute

Auch kulinarisch lässt Monti keine Wünsche offen. Die Klassiker der italienischen Küche wie Pizza, Pasta, Antipasti, Fisch und Panini, gibt es hier an jeder Ecke. Aber es geht auch origineller. Viele Restaurants begeistern mit kreativen Konzepten – zum Beispiel die kleine Trattoria Zia Rosetta. Während hier ein DJ Reggae-Platten auflegt, findet man auf der Karte eine Auswahl von belegten Brötchen, deren ungewöhnliche Zusammenstellung an einen Mix aus Burger und Sandwich erinnert.

Wenn die Sonne langsam untergeht und die Stadt mit rötlichen Lichtspielen überzieht, man nur noch vereinzelt auf Touristen trifft und sich die Italiener zum Abendessen oder zu einem Aperitivo auf den Straßen versammeln, entfaltet Monti seine ganze Magie.

Wer den Abend mit einem kühlen Bier ausklingen lassen will, ist im Monti Beer Shop am Piazza degli Zingari gut beraten. Neben den bekannten Biersorten gibt es hier auch einige skurrile Erzeugnisse, wie das in Italien gebraute Czech Norris, das mit 6,7 Prozent Alkohol seinem Namen alle Ehre macht. Wer zu später Stunde noch etwas Süßes will, sollte sich das köstliche, hausgemachte Eis aus der Gelateria Fatamorgana direkt gegenüber nicht entgehen lassen.

Wer sich in ein richtiges Getümmel stürzen möchte, tut dies am besten am einige Meter entfernten Piazza della Madonna dei Monti. Dort am Brunnen versammeln sich abends viele Studenten zum Vorglühen, um danach weiter in die angesagten Clubs der Stadt zu ziehen.