Die 9 schönsten Wasserfälle Islands

Ob im Norden, Süden, Osten oder im Westen: Islands Landschaft ist übersät von Wasserfällen in den verschiedensten Formen und Größen. Jeder Foss, wie er in der Landessprache heißt, hat seinen ganz eigenen Reiz und ist auf seine Art und Weise einzigartig und faszinierend.

 

1. Seljalandsfoss

Island Wasserfall

Feine Wassertröpfchen hängen in der Luft, der Boden ist feucht und rutschig. Will man den Seljalandsfoss von hinten umlaufen, darf eine Regenjacke nicht fehlen – andernfalls könnte es ganz schön nass werden. Aus einer Höhe von 66 Metern donnern die Wassermassen des Flusses Seljalandsá den Berg hinunter. Der Seljalandsfoss liegt direkt an der 1.336 Kilometer langen Ringstraße, der längsten Straße Islands. Es wimmelt nur so vor fotowütigen Touristen, die in großen Bussen nach Pórsmörk gekarrt werden und hier einen Zwischenstopp einlegen.

 

2. Skógafoss

Island Wasserfall

Am Abgrund des Skógafoss‘ grasen Schafe in aller Seelenruhe. Dass direkt neben ihnen die Wassermassen tosend in die Tiefe stürzen, scheint sie nicht zu stören. Von hier oben aus führt der Weg Laugavegur entlang der östlichen Seite des Wasserfalls über den Pass Fimmvörduháls, weiter über Pórsmörk bis nach Landmannalaugar. Auf einer Breite von 25 Metern rauscht das Wasser des Waldwasserfalls Skógafoss über die Bergkante. Die Wassermassen werden beim Einschlagen in das Becken so stark aufgewirbelt, dass es regelrecht regnet. Für einen kurzen Augenblick klart der Himmel auf. Vor dem Skógafoss entsteht ein bunter Regenbogen.

 

3. Án Nafn Foss

Island Wasserfall

Neben den zahlreichen großen Wasserfällen gibt es auch die kleinen unbekannten und namenlosen im Süden Islands. Fernab von allen Touristenströmen entdecken wir am Wegesrand diesen kleinen, aber feinen Wassersturz.

 

4. Dettifoss

Island Wasserfall

Mit 20 Kilometern pro Stunde manövrieren wir das Auto vorsichtig über die Schotterpisten. Nach zwei Stunden erreichen wir den 100 Meter breiten Dettifoss – einer der bekanntesten Wasserfälle im Nordosten Islands. Die Kraft, mit der das Wasser sich vorwärts bewegt, ist atemberaubend und respekteinflößend zugleich. Eines ist sicher: Wir hätten auch eine längere Anfahrt in Kauf genommen. Die graubraunen Wassermassen hängen wie ein dichter Schleier in der Luft. Durch das Aufwirbeln werden 85 Millionen Watt Energie erzeugt. Das entspricht der Gesamtleistung aller in Deutschland betriebenen Solarstromanlagen bei optimalen Lichtverhältnissen.

 

5. Selfoss

Island Wasserfall

Folgt man dem Jokusá á Fjöllum vom Dettifoss einen Kilometer flussaufwärts, erreicht man nach wenigen Minuten den Selfoss. Am Selfoss – zu Deutsch Hüttenwasserfall – sind nur wenige Menschen unterwegs. Obwohl er nur ein Viertel so hoch ist wie der Dettifoss, verleiht seine Weitläufigkeit ihm einen ganz besonderen Charme. Am oberen Ende des Selfoss fließt der Jokusá á Fjöllum scheinbar in ein Loch. Das Wasser wird regelrecht verschluckt.

 

6. Godafoss

Island Wasserfall

Seinen Namen erhielt der Götterfall im Jahr 1000 nach Christus. Ein Gode aus der Region konvertierte zum Christentum und entledigte sich der alten Götterstatuen, indem er Sie in den Godafoss warf.

 

7. Hraunfossar

Island Wasserfall

Der Name des Hraunfossar leitet sich aus dem isländischen Wort für Lava „hraun“ ab. Das Wasser hat seinen Ursprung im Lavafeld Hallmundarhraun und rinnt und spinnt sich auf seinem Weg ins Becken wie ein Netz über das schwarze Lavagestein. Auf dem dunklen Untergrund wirkt es weiß und rein.

 

8. Pingvellir

Island Wasserfall

Im Pingvellir-Gebiet driften die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte auseinander. Messungen an den Schluchten Almannagjá und Hrafnagjá haben ergeben, dass sich Pingvellir jährlich um acht Millimeter senkt und um den gleichen Wert ausdehnt. Hier gibt es im Vergleich zu Dettifoss, Skógafoss und Co. nur einen kleinen Wasserfall.

 

9. Golden Gullfoss

Island Wasserfall

Der Goldene Wasserfall ist einer der schönsten Wasserfälle Islands. Der Gletscherfluss Hvítá stürzt in zwei Kaskaden, die im 90-Grad-Winkel zueinander stehen, 31 Meter tief in die Schlucht Hvítárgljúfur. Wenn der Wind richtig steht, kann man auf dem Weg entlang der Berghänge ganz schön nass werden. Der Golden Gullfoss gehört auf dem Golden Circle rund um Reykjavík zu den berühmtesten Wasserfällen. 1920 wollte ein englisches Unternehmen das Gebiet kaufen und hier einen Staudamm zur Energiegewinnung bauen. Zum Glück konnte der Kauf in letzter Minute verhindert werden.

 


Islands Wasserfälle im Überblick

Karte Island Wasserfälle


Fotos: Michael Adomeit
Grafik: Eike Mitte