Über 1.200 Brücken musst Du gehen

Das Brummen wird lauter. Die trübe Wasseroberfläche beginnt, sich in sanfte Wellen aufzufalten. Hinter einer Biegung des Kanalsystems taucht ein vollbeladenes Boot mit Touristen auf, durchbricht die Ruhe auf dem Kanal. Sie strecken Fotokameras in die Luft, fotografieren die schmalen Häuser an der Gracht oder das schaukelnde Wohnboot. Ursprünglich war das anders gedacht.

Besondere Altstadt

Vor mehr als 400 Jahren hatten die Stadtherren beschlossen, den Grachtengürtel bauen zu lassen, der Amsterdam bis heute seinen besonderen Charme verleiht. In der Stadt der kleinen Straßen und schmalen Gassen sollten sie nicht nur Transportweg für Menschen, sondern auch für Gütern von und zu den Lager- und Kaufmannshäusern am Ufer sein. Die Idee revolutionierte das Leben in Amsterdam. Mittlerweile gehört das Kanalsystem zum UNESCO-Weltkulturerbe.

80 Kilometer Grachten

Mit 80 Kilometern Länge umfasst das komplexe System mehr Wasserkanäle als Venedig. Es zählt mehr als 1.200 Brücken. Verschiedenste Konstruktionen in allen erdenklichen Formen und Größen. Die erste stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie noch als Abwasserkanäle genutzt. Mittlerweile wird das Wasser durch große Pumpstationen gereinigt und der Boden der Kanäle von Unrat und alten Fahrrädern befreit, die dort von Dieben und Betrunkenen versenkt wurden. Auf der Wasseroberfläche schippern Boote voller Touristen, die sich des Flanierens zu Wasser und einer bequemen Stadtrundfahrt erfreuen – auch, wenn die Grachten ursprünglich eine andere Funktion hatten.

ANAMEA hat sich auf die Reise in die Niederländische Hauptstadt gemacht und von zehn Brücken einen Blick in die Kanäle geworfen – mit einer analogen Kamera.

Aufnahmsweise: Analoge Mittelformatkamera: Bronica ETRsi • Film: Ilford Delta 3200 • ISO: 3200 • Blende: 22 • Belichtung: 1/500 • Brennweite: 50 mm