Oslo – Die verlockende Stadt am Ende des Fjords

Oslo, die verlockende Stadt am Ende des Fjords. Wenn man an Reisen in die Hauptstädte Skandinaviens denkt, fallen den Meisten vermutlich sofort das gemütliche Kopenhagen oder das ultrahippe Stockholm ein. Aber Oslo? Die norwegische Hauptstadt am Ende des Fjords fristet bisher eher ein Nischendasein – und das vollkommen zu Unrecht.

Nach knapp anderthalb Stunden, steigt man aus dem Flugzeug und atmet eine erfrischende und reine Luft ein, die so gar nichts mehr mit der in der hinter sich gelassenen Großstadt Berlin gemein hat. Der Flughafen ist so herrlich überschaubar, dass man direkt in den Schnellzug Richtung Zentrum stolpert und nach 20 rasenden Minuten überraschend feststellt, dass am Ende der sanften Hügellandschaft tatsächlich eine Stadt liegt: Oslo.

 

1000 Jahre Geschichte,
aber modern wie nichts

Oslo hat bereits mehr als 1000 Jahre Geschichte durchlebt und ist die älteste der nordischen Hauptstädte. Was für die Norweger allerdings kein Grund zum Stillstand ist. Ganz im Gegenteil, die Stadt verändert sich, strotzt nur so vor sprühender Lebendigkeit und schafft sich ihre ganz eigene Zukunft. Oslo gehört heute zu den am rasantesten wachsenden Hauptstädten Europas. An jeder Ecke weht einem spürbar der Wandel entgegen – besonders rund um das imposante, 2008 eröffnete Opernhaus.

In den kommenden Jahren entsteht hier, in bester Lage zwischen pulsierender Großstadt und liebreizendem Fjord, ein komplett neuer Stadtteil. In Bjørvika stehen schon heute die »Barcode Buildings«, die neben zahlreichen Büros weltweit agierender Firmen auch Apartments zur Miete beherbergen. Wer es sich besonders gut gehen lassen möchte, bucht sich für seinen Aufenthalt ein Highlight im 16. Stock, steht morgens auf, betrachtet die Oper von oben und fühlt sich beim schweifenden Blick über den klaren Fjord so frei wie lange nicht mehr

 

Spazieren bis ans Ende der Welt

Bei einem so atemberaubenden Ausblick fällt es nicht leicht, die Wohnung überhaupt zu verlassen. Aber: Es lohnt sich. In Oslo lässt es sich sehr gut spazieren. Die Wege zwischen den unzähligen, typisch touristischen Highlights wie oben erwähntem Opernhaus, dem schlichten Schloss, dem weitläufigen Vigeland Skulpturenpark oder dem hübschen Stadtteil Tjuvholmen, direkt am Wasser, sind so kurz, dass man nie, wirklich nie, außer Atem kommt. Man läuft und läuft und läuft. Bis ans Ende der zauberhaften Oslo-Welt.

Zwischendurch sollte man sich unbedingt eine Pause in einem der unzähligen Cafés gönnen und den wunderhübschen Norweger/innen beim Alltagsleben zuschauen. Die Norweger/innen lieben Kaffee. Im Durchschnitt trinkt jede/r pro Tag 3,3 Tassen. In Deutschland sind es dagegen knapp zwei. Die Skandinavier, wie immer, weit voraus! Und was soll ich sagen: Der frisch gebrühte Filterkaffee schmeckt. An alle Sparfüchse: Die zweite Tasse ist meistens im Preis inbegriffen.

 

Ist das alles so teuer?

Im Osten Oslos – hoch über der Stadt – liegt im »Ekeberg Skulpturenpark« ein fantastisches Restaurant, das, wie praktisch, »Ekeberg Restaurant« heißt. Bevor die Frage aufkommt: Ja, es ist verdammt kostspielig. Das sollte man in einer der teuersten Städte der Welt einfach hinnehmen und für den gesamten Aufenthalt vergessen. Es geht in Oslo um Genuss. Und der darf etwas kosten. Ein einfaches Mittagessen kostet rund 25 Euro. Dafür bekommt man immer den besten Service, immer die höchste Qualität der Speisen und – wenn gewünscht – immer literweise kostenloses Leitungswasser. Wenn das nicht fantastisch ist!

Nicht alles in Oslo kostet die Welt. Aufführungen in der Oper gibt es bereits ab 100 NOK, was umgerechnet rund 11 Euro sind. Auch Konzerte einheimischer Künstler/innen und ausländischer Acts kosten meist nicht mehr als in Deutschland. Das 7-Tages-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel gibt es für 25 Euro. Darin eingeschlossen sind neben Tram, Bus und Metro auch die kleinen Fähren, die zwischen dem Festland und den Inseln im Fjord pendeln.

 

Sich in der Nacht verlieren

Wem ein schmackhaftes Dinner in einem der Osloer Restaurants zu teuer ist, der kann sich durchaus auch anderweitig ernähren. Wie wäre es mit einem Döner für 10 Euro? Im Stadtteil Grünerløkka (Szeneviertel!) liegt die Torggata, besser bekannt als Kebab-Straße. Hier herrscht wahrhaftig Kreuzberger Flair! Wer mag, kann anschließend einen Verdauungsspaziergang am Flüsschen Akerselva, der sich quer durch die Stadt schlängelt, unternehmen, bevor es zurück in die Torggata, zur »Crowbar«, geht.

Während in Deutschland der Genuss von Craft Beer erst seit einiger Zeit immer populärer wird, braut in Norwegen schon lange jeder sein eigenes Bier. Und – wie könnte es anders sein – sie können es überzeugend gut. In der »Crowbar« kann man schon ab 15 Uhr den Exzess starten: Auf einer großen Tafel über dem Tresen werden netterweise durchnummeriert mindestens 21 frisch gezapfte Köstlichkeiten angeboten. Am Ende scheitert das Glück womöglich nur daran, dass ein einziges, günstiges Bier mindestens 70 NOK (rund 8 Euro) kostet. Skål!

Das Nachtleben in Oslo ist zu jeder Jahreszeit fantastisch! Zeitlich begrenzt durch die Sperrstunde (die meisten Clubs und Bars schließen um 3 Uhr) bebt die Nacht in den Stunden vorher bis ins Unermessliche. Als Anlaufstelle empfehlen sich neben der »Crowbar«, zahlreiche Kneipen und Bars (Cocktails: »Fuglen«, Sake: »Izakaya«, Bier: »Kulturhuset«), und die Clubs »Blå« und »Jaeger«. Wer nachts ebenso gerne wie tagsüber spaziert, der kann sich durch die pulsierende Innenstadt treiben und mitreißen lassen.

 

Oslo ist das bessere Berlin

Oslo liegt am Ende des Meeres, dem Oslofjord. In dem man im Sommer so gut von Inselchen zu Inselchen schwimmen kann. Man liegt an den weitläufigen Stränden des Fjords. Einsam und glücklich. Man segelt über das Wasser, während die erfrischende Brise eine ungeahnte Leichtigkeit offenbart. Oslo liegt am Ende der Natur. In der man im Winter so gut Ski fahren und im Sommer wandern kann. Die Stadt fängt mit seinem unendlich reizenden und verlockenden Charme jeden ein: Architekturbegeisterte, Sportfanatische, Naturliebende, Kulturinteressierte, Nachtschwärmer, Musikverrückte und Fischfeinschmecker. Perfekt für ein verlängertes Wochenende, für einen ausschweifenden Sommerurlaub, für einen herzerwärmenden Wintertrip. Eigentlich ist jeder Urlaub viel zu kurz, weil es so viel zu entdecken gibt, dass man am besten gleich für immer dort bleibt. Oslo ist das bessere Berlin, wirklich.

 

Map Oslo Norwegen

 

Linktipps

www.visitoslo.com

www.bjorvika-apartments.no

www.thewildsea.eu