Märchenhafter Streifzug durch die Partnachklamm

Vor fast 240 Millionen, im mittleren Trias, wurde der Grundstein für ein einmaliges Naturschauspiel auf dem Grund eines flachen Meeres gelegt. Stück für Stück hat sich der Fluß Partnach – gespeist aus dem Schneeferner – durch das Gestein gearbeitet. Entstanden ist eine enge Klamm: die Partnachklamm.

25 Minuten sind es von der großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen bis zum Eingang der Partnachklamm. Der Weg führt vorbei an Wiesen, Imbissen und kleinen Höfen. Mit dem Passieren des kleinen Kassenhäuschens betritt man eine andere Welt. Mitten am hellichten Tag taucht man zwischen den steilen, hohen Wänden ein in eine erhabene Dunkelheit. Selbst im Sommer erreichen nur wenige Sonnenstrahlen den Boden der bis zu 80 Meter tiefen Schlucht. Der Himmel ist nur als schmaler Streifen hoch oben zu erkennen.

Partnachklamm Garmisch Partenkirchen

Dunkle Enge: Die Partnachklamm ist auf schmalen Wegen und Tunneln auf einer Länge von 700 Metern begehbar

Überall Wasser

Das Tosen des Flusses Partnach erstickt fast jede Konversation auf dem Weg durch die 700 Meter lange Klamm. Das graublaue Wasser bahnt sich mit enormer Kraft seinen Weg in Richtung Tal. Die Stromschnellen schießen an den scharfen Felsen vorbei. Von den hohen Wänden tropft es – an anderer Stelle fliegen die Wassermassen dem Besucher in Form eines rauschenden Wasserfalls entgegen. Die wenigen Lichtstrahlen lassen die Wassertropfen in der Luft glitzern. An den rauen grauen Wänden wachsen Moos und kleine Pflanzen. Ein dramatisches und doch so friedliches Bild, das kein Bühnenbildner hätte besser entwerfen können als Mutter Natur.

Partnachklamm Garmisch Partenkirchen

Tiefer Einblick: 68 Meter über dem Fluss Partnach befindet sich eine alte eiserne Brücke aus dem Jahr 1914

In völlige Dunkelheit taucht man beim Duchqueren der zahlreiche Stollen ein, die als einzige Möglichkeit der sicheren Fortbewegung an einigen Passagen in die Schlucht geschlagen wurden – insgesamt auf einer Länge von 250 Metern. In die Tunnelwand geschlagene Löcher lassen vereinzelt etwas Tageslicht in die Dunkelheit und geben einen kleinen Blick auf die Partnach frei. Und dann beendet das zweite Kassenhäuschens am anderem Ende der Klamm das märchenhafte Erlebnis und entlässt den Besucher ins Reintal.

Partnachklamm Garmisch Partenkirchen

Tierischer Besuch: In der Klamm gibt es viel zu sehen, wie diese Kröte

 

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen

Vom 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Partnach als Triftbach benutzt. Mutige Männer brachten so Brenn- und Bauholz in das Tal. Im Jahr 1910 wurde mit dem Ausbau der Klamm begonnen. Seit 1912 ist sie für Touristen frei zugänglich. Die Partnachklamm ist seit 2002 mit dem offiziellen Siegel „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet.

Partnachklamm Garmisch Partenkirchen – Karte

 Tipps für einen Klamm-Besuch

  • Die Partnachklamm ist ganzjährig geöffnet. Die Uhrzeiten variieren jedoch minimal. Zwischen 10 und 17 Uhr ist man aber immer willkommen.
  • Kurzfristige Schließungen der Klamm sind jedoch wegen Hochwasser, Eisbrüchen oder wegen Instandsetzungsarbeiten möglich.
  • Der Eintritt kostet 4 Euro (Stand Juli 2015). Ermäßigungen gibt es zum Beispiel für Kurgäste.
  • In der Klamm ist es feucht und es nieselt auch bei schönstem Sonnenschein. Festes Schuhwerk und eine Regenjacke sollten deshalb getragen werden.
  • Wegen der engen Tunnel ist das Mitnehmen von Fahrrädern, Kinderwagen und anderen sperrigen Gegenständen verboten.