Seven Summits Berlin

Es ist die Höhe! Fast heimlich und mit einem Kunstgriff hat der Betreiber der Deponie Arkenberge in Berlin Blankenfelde, die Heim-Gruppe aus Ulm, die Hauptstadtgeographie auf den Kopf gestellt. Noch bis vor nicht allzu langer Zeit war der Teufelsberg im Grunewald mit 120 Metern die höchste Erhebung von Berlin –  ja, er war es seit Hauptstadtgedenken. Doch schon seit längerem hatte die Firma auf dem ehemaligen Kies und Sandabbaugebiet im Norden von Berlin mit Bodenaufschüttungen und „strategischen Rekultivierungsmaßnahmen“  einen Putsch gegen die bisherigen Größenverhältnisse vorbereitet – und das Gelände bis auf 120,7 Meter aufgeschüttet.

 

Der Kampf um den Haupstadttitel

Eines nebligen Sonntags Ende Januar 2015 nun lud der Bürgerverein Blankenfelde e.V. zur Gipfelsteinsetzung auf dem Arkenberge ein. Mit 120,7 Metern NN hatte der Hügel dem Teufelsberg in der Zwischenzeit den Rang abgelaufen – um nur fast einen Meter. Gemeinsam mit der Pankower Nachbarschaft und Mitgliedern des Bürgervereins trieben es auch einige Stadträte mit ihrer Teilnahme an der Grundsteinsetzung auf die Spitze. Coup hin oder her: Berlin hat einen neuen Höhepunkt. Dem Bezirkstadtrat zufolge soll der Arkenberge mittelfristig zu einem Freizeit- und Erholungsgebiet umgewandelt werden.

 

Seven Summits Berlin

Neben dem Arkenberge (120,7 Meter) und dem Teufelsberg (120,1 Meter) hat Berlin noch weitere Berge, die nur ein wahrer Flachlandtiroler überzeugt als solche bezeichnen kann. Zu den „Seven Summits Berlin“ – entlehnt den „Seven Summits“ der Welt, zu denen jeweils der höchste Berg auf einem jeden der sieben Kontinente zählt – gehören außerdem der Große Müggelberg (mit seinen 114,7 Metern die höchste natürliche Erhebung Berlins), die Ahrensfelder Berge (114,5 Meter) sowie der Schäferberg (103,2 Meter). Schlusslichter im Hauptstadt-Gipfelranking sind der Kienberg und der Drachenberg mit 102,2 beziehungsweise 99 Metern.

Auch wenn der Blick auf die Größenrelationen im alpinen Weltgefüge die Wichtigkeit der Gipfelsteinlegung auf dem Berliner Arkenberge relativieren mag (aller Rekultivierungsmaßnahmen zum Trotze ist der Mount Everest noch immer 72,5 mal so hoch wie der Arkenberge): Es bleibt die Frage, ob der Höhenwahn des Ulmer Deponiebetreibers auch das soziale Gefüge der Hauptstadt aus den Bahnen zu werfen vermag. Wird der Arkenberge der neue Lieblingsberg der Sonntagsausflügler? Und werden die Berliner Hundehalter Ihre Vierbeiner mit noch mehr Weitblick beglücken wollen? Wird der einst ruhmreiche Teufelsberg in Vergessenheit geraten? Wir dürfen gespannt sein. ANAMEA bleibt für euch dran!

 

Die Seven Summits Berlin

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Fotos: Michael Adomeit